Was leistet die geschlossene Kassette einer Kastenmarkise?
Ratgeber Sonnenschutz
Ein Gehäuse, das Tuch und Technik komplett einpackt
Fährt das Tuch in ein rundum geschlossenes Aluminiumprofil ein, bleiben Gewebe, Welle und Antrieb trocken. Dieser Ratgeber zeigt, woran Sie ein gutes Gehäuse erkennen und wann der Aufpreis gegenüber offener Technik sinnvoll ist.
Was im Inneren des Gehäuses passiert
Beim Einfahren wickelt der Motor das Tuch auf die Welle, die Gelenkarme klappen zusammen und das Vorderprofil legt sich von unten gegen die Unterschale. In diesem Moment entsteht ein geschlossenes Profil, in dem alle bewegten Teile liegen. Regen, Schmelzwasser, Laub, Nadeln, Blütenstaub und Vogelkot bleiben außen. Die Zeichnung stellt drei Bauformen gegenüber und macht sichtbar, wie weit das Tuch jeweils umschlossen ist.
Der Schutz des Gewebes
Markisentuch ist ein imprägniertes Gewebe. Es nimmt kaum Wasser auf, solange die Oberfläche intakt ist. Liegt das aufgewickelte Tuch aber über Monate im Freien, setzen sich Staub und Pollen auf der Rolle ab. Beim nächsten Ausfahren wandern diese Partikel über die ganze Fläche und reiben an der Imprägnierung. Nach einigen Jahren zeigt sich das als mattes Band an den Stellen, an denen die Rolle außen lag. Im Gehäuse passiert das nicht.
Der Schutz der Mechanik
Antrieb, Getriebe und die Gelenke der Arme sind geschmierte Bauteile. Spritzwasser wäscht Schmierstoff aus, Frost lässt Restfeuchte in den Lagern gefrieren und Streusalznebel in Straßennähe greift Oberflächen an. In einem geschlossenen Profil bleibt die Mechanik trocken und läuft deutlich länger leicht. Das merken Sie daran, dass das Tuch über Jahre gleichmäßig straff bleibt und die Arme beim Ausfahren nicht ruckeln.

Woran Sie ein gutes Gehäuse erkennen
Entscheidend sind drei Punkte. Erstens die Wandstärke der Profile, denn ein dünnwandiges Gehäuse biegt sich bei großen Breiten durch und schließt dann nicht mehr dicht. Zweitens das Material der Seitenkappen, das von schlagfestem Kunststoff bis zu Aluminiumguss reicht. Drittens die Art, wie das Vorderprofil beim Einfahren anliegt. Ein sauberer Anschlag ohne Spalt ist der eigentliche Unterschied zwischen einer guten und einer beliebigen Anlage.
Wir schauen uns die Stelle an, nehmen die Maße auf und rechnen Ihnen den Vorschlag durch. TMC GmbH, Karlsruher Str. 22, 76437 Rastatt.
Welche Baugröße zu welcher Fläche passt
Die Hersteller staffeln ihre Gehäuse nach Profilstärke. Bei VARISOL reicht die Reihe von der schlanken K 150 über die K 250 bis zur K 500 als Spitzenmodell. Je größer die Fläche, desto steifer muss das Gehäuse sein, weil die aufgewickelte Rolle und die eingeklappten Arme ein erhebliches Gewicht in die Mitte bringen.
Schlanke Profile für Fenster und Balkone
Die K 150 verbindet ein doppelwandiges Aluminiumprofil mit Seitenkappen aus schlagfestem Kunststoff. Sie baut flach und fällt an einer glatten Fassade kaum auf. Für eine Fensterfront, einen schmalen Balkon oder einen kleinen Sitzplatz ist das die passende Größe. Oberhalb von etwa vier Metern Breite stößt die Bauart jedoch an ihre Grenze.
Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das Vorderprofil im eingefahrenen Zustand plan an der Unterschale anliegt. Ein sichtbarer Spalt bedeutet, dass Wasser und Laub trotz Gehäuse hineingelangen.
Kräftige Gehäuse für breite Terrassen
Die K 250 arbeitet mit zwei 2,0 mm starken Aluminium-Strangpressprofilen und Seitenkappen aus Aluminiumguss. Dieses Gehäuse bleibt auch über große Breiten gerade. Die K 500 geht noch einen Schritt weiter und trägt dank ihres stabilen Aufbaus weite Ausfälle. Ihre Höchstbreite liegt bei 7.000 mm, durch Kupplung mehrerer Elemente entsteht daraus eine zusammenhängende Fläche von bis zu 24.000 mm.
Wann eine andere Bauform sinnvoller ist
Soll die Beschattung unter einem Glasdach laufen, führt kein Weg über eine freitragende Anlage. Dort braucht das Tuch Führungsschienen, weil es sonst bei Wind aus der Fläche gedrückt wird. Auch für senkrechten Blendschutz an der Seite einer Terrasse gibt es eigene Lösungen. Die Entscheidung fällt nicht nach dem Preis, sondern nach dem Einbauort.
Was die Kassette im Betrieb von Ihnen verlangt
Ein geschlossenes Gehäuse nimmt Ihnen Arbeit ab, aber es ersetzt nicht jede Rücksicht. Nasses Tuch, das eingefahren wird, trocknet in einem dichten Profil langsamer als an der Luft. Nach einem Regentag sollten Sie die Anlage deshalb bei trockenem Wetter noch einmal ausfahren und ein paar Stunden offen lassen. Das ist der einzige Punkt, bei dem die offene Bauform im Vorteil ist.
Ansonsten beschränkt sich die Pflege auf wenig. Das Gehäuse spülen Sie ein bis zwei Mal im Jahr mit klarem Wasser ab, am besten im Frühjahr, wenn der Blütenstaub durch ist. Dichtlippen und Anschläge bleiben dabei gleich mit sauber. Prüfen Sie einmal im Jahr, ob das Tuch gerade aufwickelt und ob die Arme gleichmäßig ausfahren. Wird die Anlage auf einer Seite schief, lässt sich das an der Konsole nachstellen, solange es früh auffällt.
- Nach Regen das Tuch bei trockenem Wetter auslüften
- Gehäuse ein bis zwei Mal im Jahr mit klarem Wasser abspülen
- Alle paar Wochen einmal ausfahren, damit keine Falten einwachsen
- Einmal im Jahr Tuchlauf, Arme und Schrauben kontrollieren
Welche Baugröße zu Ihrer Fassade passt, klären wir beim Aufmaß vor Ort. Eine Übersicht über Modelle, Farben und Ablauf finden Sie auf unserer Seite zu Kastenmarkisen nach Maß.

Häufige Fragen zum geschlossenen Gehäuse
Ist ein geschlossenes Gehäuse wirklich dicht?
Es ist spritzwasserdicht, aber kein wasserdichter Behälter. Ober- und Unterschale schließen mit dem Vorderprofil ab, sodass Regen und Laub nicht an das Tuch kommen. Ein völlig luftdichter Abschluss wäre auch unerwünscht, weil Restfeuchte entweichen muss.
Kann ich ein Gehäuse an einer bestehenden Markise nachrüsten?
Das geht in der Regel nicht. Gehäuse, Tuchwelle und Arme sind als Einheit konstruiert und aufeinander abgestimmt. Wer nachträglich Schutz möchte, tauscht die komplette Anlage.
Wie hoch ist der Aufpreis gegenüber offener Technik?
Der Unterschied liegt im Material des Gehäuses und in der aufwendigeren Montage. Wie stark er ausfällt, hängt von Baugröße und Breite ab. Wir weisen beide Varianten in der Kalkulation getrennt aus, damit Sie vergleichen können.
Hält das Tuch im Gehäuse länger?
In der Praxis ja. Weniger Schmutzeintrag und weniger Feuchtigkeit bedeuten weniger Abrieb an der Imprägnierung und seltener Stockflecken. Eine Garantie auf eine bestimmte Standzeit ergibt sich daraus aber nicht, weil Standort und Nutzung mitentscheiden.
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