Wie bringe ich meine Markise gut durch den Winter?

Ratgeber Sonnenschutz

Wind, Frost und Nässe sind die eigentliche Belastung

Nicht die Sonne macht einer Markise zu schaffen, sondern die kalte Jahreszeit. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es vor dem ersten Frost ankommt, wie der Wind auf das Tuch wirkt und welche Arbeiten Sie selbst erledigen können.

Wie der Wind auf das ausgefahrene Tuch wirkt

Ein ausgefahrenes Tuch ist eine Fläche, die der Wind von unten anhebt. Die Kraft geht über das Vorderprofil in die Gelenkarme, von dort in die Konsolen und schließlich in das Mauerwerk. Je weiter die Anlage ausgefahren ist, desto größer der Hebel. Deshalb ordnet man Anlagen nach Windwiderstandsklassen ein. Die Zeichnung zeigt, wie sich die Stufen unterscheiden und wann Sie reagieren sollten.

Was der Wind mit dem Tuch machtWindklasse 1bis etwa 19 km/hleichte Brise, die Markisebleibt ausgefahrenWindklasse 2bis etwa 27 km/hBlätter und Zweige bewegensich deutlichWindklasse 3bis etwa 37 km/hdas Tuch flattert, bessereinfahrenEin Windwächter fährt die Anlage selbsttätig einDie Klassen gelten für die ausgefahrene Markise und ersetzen keine Standortberechnung
Darstellung der Windklassen mit steigender Windgeschwindigkeit und empfohlener Reaktion. Die Klassen gelten für die ausgefahrene Anlage und ersetzen keine Standortberechnung für ein konkretes Haus.

Was die Windklassen aussagen

In der ersten Stufe bewegt sich das Tuch kaum, die Anlage kann ausgefahren bleiben. In der zweiten Stufe bewegen sich Blätter und Zweige deutlich, das Tuch arbeitet sichtbar. In der dritten Stufe beginnt es zu flattern, und spätestens dann gehört die Anlage eingefahren. Diese Werte gelten für die volle Auslage. Eine halb ausgefahrene Markise verträgt mehr, weil der Hebel kürzer ist und die Fläche kleiner.

Warum ein Windwächter sinnvoll ist

Der kritische Moment ist die Böe, bei der niemand zu Hause ist. Ein Windwächter am Vorderprofil erkennt die Bewegung und fährt die Anlage selbsttätig ein. Das kostet wenig und verhindert den häufigsten Schadensfall überhaupt. In Verbindung mit einer Sonnenautomatik fährt die Markise zusätzlich nur dann aus, wenn die Einstrahlung es wirklich verlangt. Nachrüsten lässt sich das bei vielen Motoranlagen ohne großen Aufwand.

Überdachte Terrasse mit ausgefahrener Markise über der Sitzfläche an einer hellen Hauswand

Schnee auf dem Tuch ist ein Sonderfall

Ein Markisentuch ist kein Dach und trägt keine Schneelast. Bleibt eine Anlage im Winter ausgefahren und es fällt nasser Schnee, verformen sich Arme und Vorderprofil dauerhaft. Das gilt auch für Anlagen unter einem Dachüberstand, weil dort Schnee von oben nachrutscht. Fahren Sie die Markise vor dem ersten Schneefall ein und lassen Sie sie bis zum Frühjahr eingefahren.

Lieber einmal vor Ort nachmessen

Wir schauen uns die Stelle an, nehmen die Maße auf und rechnen Ihnen den Vorschlag durch. TMC GmbH, Karlsruher Str. 22, 76437 Rastatt.

Die Arbeiten vor der kalten Jahreszeit

Der Aufwand ist gering, wenn man ihn an einem trockenen Tag im Oktober oder November erledigt. Wichtig ist die Reihenfolge, denn ein feucht eingefahrenes Tuch bleibt den ganzen Winter feucht und nimmt dabei den größten Schaden.

Tuch trocken einfahren

Fahren Sie die Anlage an einem trockenen, sonnigen Tag vollständig aus und lassen Sie sie einige Stunden offen stehen, bis das Gewebe durch und durch trocken ist. Erst dann einfahren. Wird ein nasses Tuch aufgewickelt, entstehen über Wochen Stockflecken, die sich nicht mehr entfernen lassen. In einem geschlossenen Gehäuse trocknet Restfeuchte besonders langsam, hier ist der trockene Zustand noch wichtiger.

Legen Sie sich einen festen Termin im Jahr. Wer das Auslüften und Einfahren an einen ohnehin anstehenden Gartentermin koppelt, vergisst es nicht und spart sich später ein neues Tuch.

Grobes entfernen und Gehäuse abspülen

Streifen Sie Blätter, Nadeln und Spinnweben vom Tuch und aus den Seitenteilen ab, bevor Sie einfahren. Ein weicher Handfeger genügt. Das Gehäuse spülen Sie mit klarem Wasser ab, bei starker Verschmutzung mit einem Tropfen Spülmittel und einem weichen Tuch. Scharfe Mittel und Hochdruck haben an einer Markise nichts zu suchen, weil sie die Imprägnierung und die Pulverbeschichtung angreifen.

Sichtprüfung an Armen und Konsolen

Sehen Sie sich im eingefahrenen Zustand die Befestigungspunkte an. Lose Abdeckkappen, Rostfahnen unter einer Konsole oder ein Riss im Putz sind Zeichen dafür, dass eine Verankerung arbeitet. Prüfen Sie außerdem, ob das Tuch gerade aufwickelt und ob beide Arme gleich weit einklappen. Was im Herbst auffällt, lässt sich bis zur nächsten Saison in Ruhe richten.

Was im Winter mit der Anlage geschieht

Eine eingefahrene Anlage übersteht Frost ohne Schaden. Aluminium und Pulverbeschichtung sind frostfest, das Gewebe ebenfalls, solange es trocken liegt. Problematisch wird es nur dort, wo Wasser stehen bleibt und gefriert, etwa in einer schlecht entwässerten Seitenkappe oder in einem Lager, in das Spritzwasser gelangt. Genau diese Stellen nimmt ein geschlossenes Gehäuse aus der Gefahr.

Im Winter selbst gibt es wenig zu tun. Fahren Sie die Anlage nicht bei Temperaturen um den Gefrierpunkt aus, weil das Gewebe dann steifer ist und Falten eher bleibend werden. Vermeiden Sie es auch, eine vereiste Markise zu bewegen. Warten Sie, bis das Eis von selbst abgeht, und prüfen Sie erst dann die Funktion. Im Frühjahr fahren Sie zuerst langsam aus, sehen sich das Tuch an und spülen das Gehäuse ab, bevor die Saison beginnt.

  • Vor dem ersten Frost trocken einfahren und bis zum Frühjahr eingefahren lassen
  • Blätter und Nadeln vor dem Einfahren abstreifen
  • Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht ausfahren
  • Eine vereiste Anlage nicht bewegen, sondern abtauen lassen

Lässt sich eine Anlage an Ihrer Fassade im Winter nicht gut schützen, ist ein geschlossenes Gehäuse die bessere Wahl. Welche Modelle wir bauen und wie der Ablauf aussieht, steht auf unserer Seite zu Kastenmarkisen nach Maß.

Markise mit geschlossenem Kasten über einer Fensterfront an einer hellen Fassade

Fragen

Häufige Fragen zum Winterbetrieb

Muss ich die Markise im Winter abbauen?

Nein. Eine fest montierte Anlage bleibt am Haus und wird nur eingefahren. Ein Abbau wäre aufwendig und würde die Verankerung mehr belasten als der Winter selbst.

Was passiert, wenn das Tuch nass eingefahren wurde?

Fahren Sie es am nächsten trockenen Tag noch einmal aus und lassen Sie es einige Stunden offen. Geschieht das zeitnah, bleibt kein Schaden. Erst wochenlange Feuchtigkeit führt zu Stockflecken.

Brauche ich eine Schutzhülle?

Bei offener Technik kann eine Hülle helfen, sie muss aber atmungsaktiv sein und darf nicht auf feuchtem Gewebe sitzen. Bei einer Anlage mit geschlossenem Gehäuse ist eine Hülle überflüssig.

Wie oft sollte eine Fachfirma nachsehen?

Alle zwei bis drei Jahre genügt in der Regel. Dabei prüfen wir Schrauben, Endlagen, Tuchspannung und die Neigung und richten die Anlage bei Bedarf neu aus.

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