Halbkassette oder offene Technik – welche Bauform passt?
Ratgeber Sonnenschutz
Drei Bauformen, drei sehr unterschiedliche Ergebnisse
Ob das Tuch rundum eingepackt, halb geschützt oder frei an der Wand liegt, entscheidet über Pflegeaufwand, Lebensdauer und Preis. Dieser Ratgeber vergleicht die Varianten und sagt, für welche Fassade welche sinnvoll ist.
Wie sich die drei Varianten unterscheiden
Alle drei Bauformen arbeiten mit derselben Mechanik aus Wandkonsolen, Tuchwelle und Gelenkarmen. Der Unterschied liegt allein darin, wie viel Blech um diese Technik herumgebaut ist. Davon hängt ab, was im eingefahrenen Zustand noch im Freien liegt. Die Zeichnung stellt die drei Fälle im Schnitt gegenüber.
Die Vollkassette
Hier schließen Ober- und Unterschale mit dem Vorderprofil zu einem umlaufenden Gehäuse. Tuch, Welle, Motor und die eingeklappten Arme liegen vollständig im Trockenen. Das ist der beste Schutz und gleichzeitig die teuerste und schwerste Variante. Das Gehäuse baut auch am höchsten, was an niedrigen Fensterstürzen eine Rolle spielen kann.
Die Halbkassette
Bei dieser Zwischenform deckt ein Profil das aufgewickelte Tuch von oben und vorn ab, nach unten bleibt der Bereich offen. Das Gewebe selbst ist damit vor Regen und Laub geschützt, Welle und Teile der Mechanik sind es nur teilweise. Die Bauform ist leichter, flacher und günstiger als die Vollkassette. Für Fassaden unter einem Dachüberstand ist sie ein sinnvoller Kompromiss, weil der Überstand den fehlenden Teil übernimmt.

Die offene Bauform
Hier liegt das aufgerollte Tuch frei auf der Welle, oft nur durch ein schmales Schutzblech von oben abgedeckt. Diese Variante ist leicht, flach und preislich am günstigsten. Sie passt dort, wo die Anlage ohnehin geschützt sitzt, etwa tief unter einem Balkon oder unter einem weit auskragenden Dach. Steht sie ungeschützt an einer Wetterseite, ist sie nach wenigen Jahren deutlich gealtert.
Wir schauen uns die Stelle an, nehmen die Maße auf und rechnen Ihnen den Vorschlag durch. TMC GmbH, Karlsruher Str. 22, 76437 Rastatt.
Was die Wahl im Alltag bedeutet
Der Unterschied zeigt sich nicht am Tag der Montage, sondern nach dem dritten oder vierten Winter. Deshalb lohnt es, die Entscheidung an der Lage der Fassade festzumachen und nicht am Angebotspreis allein.
Pflegeaufwand über die Jahre
Bei offener Technik setzt sich Schmutz direkt auf der Rolle ab und wandert beim Ausfahren über das Gewebe. Sie werden das Tuch häufiger abspülen und die Welle gelegentlich von Nadeln und Blättern befreien. Eine Halbkassette reduziert das deutlich, eine Vollkassette nimmt Ihnen diese Arbeit fast vollständig ab. Rechnen Sie bei offener Bauart mit zwei bis drei Durchgängen im Jahr, bei geschlossener mit einem.
Faustregel aus vielen Projekten. Freie Wetterseite ohne Dachüberstand spricht für die Vollkassette. Fassade unter einem Überstand verträgt eine Halbkassette. Tief unter einem Balkon genügt offene Technik.
Montagehöhe und Platz an der Wand
Ein voll geschlossenes Gehäuse braucht die größte Einbauhöhe. Wo der Fenstersturz niedrig liegt oder ein Rollladenkasten im Weg ist, bleibt oft nur die flachere Bauform. Umgekehrt gilt, dass eine schlanke Kassette mit doppelwandigem Profil erheblich weniger Platz beansprucht als ein kräftiges Gehäuse aus Strangpressprofilen. Beim Aufmaß messen wir die freie Höhe über der Tür und entscheiden danach.
Preisunterschied und wo er herkommt
Der Mehrpreis einer geschlossenen Anlage entsteht aus mehr Aluminium, aufwendigeren Seitenteilen und einer sorgfältigeren Montage, weil die Schalen fluchten müssen. Umgekehrt spart die offene Bauform nicht nur Material, sondern auch Gewicht und damit Aufwand bei der Verankerung. Über fünfzehn Jahre gerechnet relativiert sich der Unterschied, wenn bei der offenen Variante früher ein neues Tuch fällig wird.
So treffen Sie die Entscheidung
Vier Fragen führen meist schnell zum Ergebnis. Wie stark ist die Fassade dem Wetter ausgesetzt. Gibt es einen Dachüberstand, der die Anlage von oben deckt. Wie viel Platz steht über Tür oder Fenster zur Verfügung. Und soll die Anlage den Winter über am Haus bleiben oder wird sie ohnehin abgedeckt.
Wird die Anlage im Winter nicht abgenommen, fällt die Antwort fast immer auf die geschlossene Variante. Wie das Gehäuse Tuch und Technik im Detail schützt, erklärt unser Beitrag zur geschlossenen Kassette.
- Wetterseite ohne Überstand, dann rundum geschlossenes Gehäuse
- Fassade unter einem Dachüberstand, dann Halbkassette
- Niedriger Fenstersturz, dann eine flache Bauform wählen
- Geschützter Einbauort und knappes Budget, dann offene Technik

Häufige Fragen zu den Bauformen
Hält eine Halbkassette das Tuch ausreichend trocken?
Für die meisten Fassaden ja. Das Gewebe wird von oben und vorn abgedeckt, nur der Bereich unter der Welle bleibt offen. An einer stark bewitterten Wetterseite empfehlen wir dennoch die rundum geschlossene Variante.
Kann ich eine offene Markise später umbauen?
Nein. Gehäuse, Welle und Arme bilden eine konstruktive Einheit. Ein Umbau würde fast alle Bauteile betreffen und wäre teurer als eine neue Anlage.
Welche Bauform ist bei Wind stabiler?
Die Stabilität kommt von Armen, Konsolen und Verankerung, nicht vom Gehäuse. Ein geschlossenes Profil steift die Anlage über die Breite zwar etwas aus, entscheidend bleibt aber die Befestigung in der Wand.
Wie unterscheiden sich die Bauformen im Geräusch?
Bei offener Technik hört man den Motor deutlicher, weil kein Blech dazwischen liegt. Ein geschlossenes Gehäuse dämpft das Laufgeräusch merkbar. Das Flattern des Tuchs bei Wind ist bei allen Varianten gleich.
Mehr aus unserem Ratgeber
Wir sehen uns die Wand vor Ort an und empfehlen die passende Variante.
