Wintergarten aus Alu oder Kunststoff?

Ratgeber verglaste Anbauten

Zwei Profilsysteme mit unterschiedlichen Stärken

Die Entscheidung über das Profilmaterial fällt früh und bestimmt danach fast alles mit, von der Größe der Scheiben bis zur Breite der Rahmen. Dieser Ratgeber stellt Aluminium und Kunststoff nebeneinander und benennt für jede Eigenschaft die praktische Folge.

Was ein Profil im Anbau tatsächlich leisten muss

Ein Rahmenprofil in einem Wintergarten hält nicht nur die Scheibe. Es trägt das Gewicht der Verglasung, nimmt Wind- und Schneelast auf, führt Regenwasser ab, nimmt Dichtungen und Beschläge auf und trennt zugleich warm von kalt. Diese Aufgaben ziehen in verschiedene Richtungen. Wer steife Profile will, braucht Material mit hoher Festigkeit. Wer wenig Wärmeverlust will, braucht Material, das schlecht leitet. Aluminium ist beim Ersten stark und beim Zweiten schwach, Kunststoff genau umgekehrt. Beide Systeme lösen das Problem mit konstruktiven Mitteln, nur auf unterschiedlichen Wegen.

HauswandDachverglasung mit Gefälle zur RinneSenkrechte Verglasung in Alu- oder KunststoffprofilenRinneWasserlaufBodenaufbauDie Zeichnung zeigt den Aufbau und ersetzt keine Werkplanung
Schnitt durch den Aufbau mit Hauswand, geneigter Dachfläche, senkrechten Feldern und der Rinne an der Traufe. Die Zeichnung zeigt, wo die Profile Last und Wasser aufnehmen, und ersetzt keine Werkplanung für ein konkretes Haus.

Wie Aluminium die Wärmebrücke löst

Ein Aluminiumprofil besteht nicht aus einem Stück. Innen- und Außenschale sind durch Stege aus Kunststoff voneinander getrennt, sodass die Wärme nicht direkt durchlaufen kann. Diese Trennung macht das Profil tiefer, aber nicht breiter. Deshalb bleiben die Ansichten schmal, obwohl die Konstruktion viel trägt. Wer große Felder ohne störende Pfosten will, landet mit seinem Wintergarten fast immer bei diesem System.

Wie Kunststoff zur nötigen Steifigkeit kommt

Kunststoff dämmt von sich aus gut, verformt sich unter Last aber deutlich stärker und arbeitet bei Temperaturwechsel mehr. Hersteller legen daher Stahl in die Kammern ein und machen die Querschnitte kräftiger. Das funktioniert zuverlässig, kostet aber Ansichtsbreite. Bei einem schmalen Anbau fällt das kaum auf, bei einer breiten Front stehen sichtbar mehr Rahmen vor dem Blick in den Garten.

Heller verglaster Anbau mit weissen Profilen und Sprossenverglasung

Wo die Grenze in der Praxis verläuft

Für einen kleineren Wintergarten mit üblichen Feldgrößen tragen beide Systeme ohne Weiteres. Je größer die Scheiben, je tiefer der Anbau und je mehr Last auf dem Dach liegt, desto eher führt der Weg zu Aluminium. Im Dach selbst arbeiten wir ohnehin mit Aluminiumsparren, weil dort Gewicht und Spannweite zusammenkommen. Eine gemischte Lösung ist deshalb nicht ungewöhnlich, mit Aluminium im Dach und Kunststoff in den senkrechten Feldern.

Lieber einmal vor Ort nachmessen

Wir schauen uns die Stelle an, nehmen die Maße auf und rechnen Ihnen den Vorschlag durch. TMC GmbH, Karlsruher Str. 22, 76437 Rastatt.

Optik, Farbe und das Verhalten über die Jahre

Nach der Statik entscheidet das Erscheinungsbild. Ein Wintergarten steht direkt an der Fassade und wird mit Fenstern und Haustür gemeinsam gesehen. Passt die Farbe nicht, fällt das jeden Tag auf.

Farbwahl und Oberfläche

Aluminium wird pulverbeschichtet, bei uns in RAL 9010 Weiß, RAL 7016 Anthrazit, Anthrazit Struktur und RAL 9006 Silbergrau Struktur, andere RAL-Töne auf Wunsch gegen Aufpreis. Die Schicht ist hart, UV-stabil und lässt sich auch in dunklen Tönen einsetzen. Kunststoff ist weiß durchgefärbt oder mit einer Folie belegt. Dunkle Folien auf großen Flächen heizen sich stark auf, weshalb die Hersteller dafür besondere Vorgaben machen.

Legen Sie die Frage nach dem Material nicht vor die Frage nach der Nutzung. Wer den Raum ganzjährig nutzen will, braucht ohnehin bessere Verglasung, mehr Lüftung und eine Beschattung. Diese drei Punkte verschieben die Kosten stärker als die Wahl des Profilsystems.

Pflege und was wirklich nötig ist

Beide Oberflächen kommen mit klarem Wasser und einem weichen Tuch aus. Scheuermittel haben an keinem der beiden Systeme etwas zu suchen. Wichtiger als die Rahmen sind die beweglichen Teile. Prüfen Sie die Dichtungen einmal im Jahr auf Risse, halten Sie die Entwässerungsöffnungen in den Profilen frei und ölen Sie die Beschläge der Flügel bei Bedarf nach. Verstopfte Öffnungen sind die häufigste Ursache für Wasser an Stellen, an denen keines sein sollte.

Was sich später noch ändern lässt

Eine Beschattung können Sie nachrüsten, wenn die Profile dafür ausgelegt sind. Ein zusätzlicher Dachlüfter ist aufwendiger, weil er in eine bestehende Fläche eingesetzt werden muss. Einen Flügel in ein festes Feld zu tauschen ist bei Aluminium einfacher, weil die Konstruktion mehr Reserve hat. Planen Sie diese Punkte deshalb lieber zu großzügig als zu knapp, die Mehrkosten beim Bau sind geringer als jede spätere Änderung.

Eine Entscheidung in vier Schritten

Die Reihenfolge hilft mehr als jede Materialtabelle. Klären Sie zuerst die Nutzung, dann die Größe, dann die Optik und erst zuletzt das Budget. Fällt eine der ersten drei Antworten klar aus, ist die Richtung meist schon gesetzt und das Budget entscheidet nur noch über die Ausstattung.

  • Große Scheiben und schlanke Ansichten gewünscht, dann Aluminium
  • Dunkle Farbe passend zu Fenstern und Haustür, dann Aluminium
  • Kleiner Anbau und begrenztes Budget, dann Kunststoff
  • Hoher Anspruch an den Wärmeschutz bei kleinen Feldern, dann Kunststoff

Wir zeigen Ihnen beim Aufmaß Profilschnitte aus beiden Systemen und halten sie an die Fassade. So sehen Sie die Ansichtsbreite und den Farbton in echtem Licht, bevor Sie sich festlegen. Oft fällt die Entscheidung erst in diesem Moment, und zwar anders als am Küchentisch.

Bauformen, Dachneigung, Entwässerung und Kostenfaktoren haben wir auf unserer Seite zu verglasten Anbauten nach Maß zusammengestellt.

Verglaster Anbau mit großer Glasfront und Blick in den Garten

Fragen

Häufige Fragen zum Profilmaterial

Hält Kunststoff genauso lange wie Aluminium?

Beide Systeme sind auf Jahrzehnte ausgelegt. Aluminium verzieht sich nicht und nimmt auch hohe Lasten dauerhaft auf. Kunststoff arbeitet bei Temperaturwechsel mehr, was bei großen dunklen Flächen beachtet werden muss. Entscheidend ist in beiden Fällen die Qualität der Beschläge und Dichtungen.

Kann ich die Systeme in einem Anbau mischen?

Ja, und das ist sogar verbreitet. Im Dach arbeiten wir mit Aluminiumsparren, weil dort Spannweite und Last zusammenkommen. Die senkrechten Felder können in Kunststoff ausgeführt werden. Wichtig ist, dass die Anschlüsse zwischen beiden Systemen von Anfang an geplant sind.

Ist Aluminium immer teurer?

In der Regel liegt es höher, der Abstand hängt aber stark von der Größe ab. Bei großen Feldern braucht Kunststoff so viel Verstärkung, dass der Unterschied schrumpft. Zur Kalkulation gehören außerdem Verglasung, Flügel, Lüfter und Beschattung, die zusammen oft mehr ausmachen als das Profil.

Welche Farben sind ohne Aufpreis möglich?

Beim pulverbeschichteten Aluminium sind RAL 9010 Weiß, RAL 7016 Anthrazit, Anthrazit Struktur und RAL 9006 Silbergrau Struktur Standard. Andere RAL-Töne fertigen wir gegen Aufpreis. Bei Kunststoff hängt die Auswahl vom Folienangebot des Herstellers ab.

Ratgeber

Mehr aus unserem Ratgeber

Profilsystem gemeinsam festlegen

Wir sehen uns Ihre Fassade an und zeigen Ihnen beide Systeme im Schnitt. Die TMC GmbH finden Sie in der Karlsruher Str. 22 in 76437 Rastatt.