Verglasung und Sonnenschutz richtig planen
Ratgeber verglaste Anbauten
Glas und Schatten gehören in dieselbe Planung
Eine Scheibe entscheidet darüber, wie viel Licht und wie viel Wärme in den Raum kommen. Der Sonnenschutz entscheidet darüber, wann Sie beides regeln können. Wer nur eines von beiden plant, bekommt im Juli ein Problem, das sich nachträglich teuer löst.
Welche Eindeckung ins Dach gehört
Über Kopf liegen die größten Flächen und die höchste Last, deshalb wird dort zuerst entschieden. Für einen Wintergarten stehen Verbundsicherheitsglas und Polycarbonat-Stegplatten zur Wahl. Beide sind für den Einbau über Kopf geeignet, verhalten sich aber im Alltag deutlich unterschiedlich. Glas ist schwerer, klar und ruhig. Stegplatten sind leichter, dämmen besser und streuen das Licht. Welche Variante passt, hängt davon ab, was Sie von diesem Raum erwarten.
Verbundsicherheitsglas im Dach
Verbundsicherheitsglas besteht aus zwei Scheiben mit einer zähen Folie dazwischen. Bricht eine Scheibe, hängen die Bruchstücke an der Folie und fallen nicht herunter. Genau deshalb ist dieses Glas über Kopf gesetzt. Es bleibt klar, zeigt den Himmel und die Bäume und wird vom Regen zuverlässig abgewaschen, wenn das Gefälle stimmt. Der Preis dafür ist das Gewicht, das die Sparren und die Pfosten aufnehmen müssen.
Stegplatten aus Polycarbonat
Stegplatten sind Hohlkammerplatten und bringen nur einen Bruchteil des Gewichts auf. Die Kammern dämmen, weshalb es unter Stegplatten im Winter weniger kalt und im Sommer weniger heiß wird als unter klarem Glas. Das Licht wird gestreut, der klare Blick nach oben fällt weg. In getönter Ausführung nehmen die Platten zusätzlich Strahlung weg, allerdings ganzjährig und nicht abschaltbar. Für einen Raum, der vor allem im Hochsommer genutzt wird, ist das ein Vorteil, im März ein Nachteil.

Was in die senkrechten Felder kommt
In den Seitenfeldern arbeiten wir mit Isolierglas. Zwei Scheiben mit einem gefüllten Zwischenraum halten die Wärme im Raum und senken die Zugluft an der Scheibe spürbar. Wo Glas bodentief eingebaut wird oder an Türen sitzt, ist Sicherheitsglas vorgeschrieben. Senkrechte Flächen nehmen im Sommer übrigens weniger Energie auf als die Dachfläche, weil die Mittagssonne steil steht. Die flache Morgen- und Abendsonne trifft sie dagegen voll.
Wir schauen uns die Stelle an, nehmen die Maße auf und rechnen Ihnen den Vorschlag durch. TMC GmbH, Karlsruher Str. 22, 76437 Rastatt.
Warum der Schatten vor die Scheibe gehört
Sonnenlicht ist kurzwellig und geht durch Glas fast verlustfrei hindurch. Innen trifft es auf Boden, Möbel und Wände, wird dort absorbiert und als langwellige Strahlung wieder abgegeben. Für diese Strahlung ist Glas kaum durchlässig, also bleibt die Energie im Raum. Daraus folgt die wichtigste Regel der Beschattung. Jede Maßnahme vor der Scheibe wirkt stärker als jede Maßnahme dahinter.
Beschattung über der Dachfläche
Liegt die Bahn außen auf dem Dach, trifft die Sonne zuerst auf das Gewebe. Ein großer Teil der Energie wird dort zurückgeworfen oder an die Außenluft abgegeben, das Glas bleibt vergleichsweise kühl. Dafür steht die Anlage im Wetter und braucht eigene Befestigungspunkte auf den Sparren sowie Platz für den Kasten an der Traufe. Zu einer außen liegenden Bahn gehört ein Windwächter, der sie selbsttätig einfährt.
Planen Sie Beschattung und Luftabzug in einem Zug. Eine Bahn ohne Abzug nimmt die Blendung, aber nur einen Teil der Wärme. Ein Abzug ohne Bahn schiebt Luft, während die Flächen im Raum weiter nachstrahlen. Erst beides zusammen macht den Raum im Juli nutzbar.
Beschattung unter dem Glas
Innen liegende Bahnen sind geschützt, bleiben über Jahre sauber und nehmen dem Raum die harte Kante nach oben. Die Blendung verschwindet sofort. Die Temperatur sinkt aber nur dann deutlich, wenn die Luft zwischen Tuch und Scheibe nach oben abziehen kann. Ohne eine Öffnung an der Traufe oder im Giebel sammelt sich die Wärme in diesem Zwischenraum und wirkt weiter in den Raum.
Was das Gewebe beiträgt
Helle Töne werfen mehr Strahlung zurück und halten die Fläche kühler, blenden aber stärker. Dunkle Töne blenden weniger und lassen den Blick nach draußen offen, nehmen dafür mehr Wärme auf. Dichte Acrylgewebe nehmen fast alles Licht, technische Gewebe reflektieren und bleiben halbtransparent. Wir halten die Muster beim Aufmaß gegen das Licht, weil der Unterschied auf dem Tisch nicht zu erkennen ist.
Die Reihenfolge in der Planung
Entscheiden Sie zuerst über die Nutzung, dann über die Eindeckung, dann über die Beschattung und erst am Ende über Steuerung und Komfort. In dieser Reihenfolge bleibt jede Entscheidung mit der vorigen verträglich. Umgekehrt landet man leicht bei einer Anlage, für die am fertigen Bau der Platz fehlt.
- Nutzung festlegen, also nur Frühjahr und Herbst oder das ganze Jahr
- Eindeckung wählen, klares Verbundsicherheitsglas oder Stegplatten
- Lage der Bahn bestimmen, über der Fläche oder darunter
- Gewebe, Antrieb und Sensoren zuletzt festlegen
Wir prüfen beim Aufmaß, ob über der Traufe Platz für einen Markisenkasten bleibt und ob die Sparren die zusätzliche Last tragen. Beides lässt sich an einem bestehenden Anbau nachrüsten, ist dort aber aufwendiger. Für die Beschattung selbst setzen wir Wintergartenmarkisen vom Hersteller VARISOL ein, die in seitlichen Führungsschienen laufen.
Eindeckung, Lüftung und Kostenfaktoren haben wir auf unserer Seite zu verglasten Anbauten nach Maß beschrieben.

Häufige Fragen zu Glas und Beschattung
Ist Sonnenschutzglas eine Alternative zur Markise?
Es nimmt dauerhaft Energie weg und braucht keine Technik, lässt sich aber nicht abschalten. Im Hochsommer ist das ein Vorteil, an trüben Tagen und im Winter wirkt die Fläche dunkler. Eine bewegliche Bahn ist flexibler, weil Sie die Sonne im März hereinlassen und im Juli aussperren können.
Kann ich die Beschattung später nachrüsten?
In vielen Fällen ja. Für eine Bahn unter dem Glas sitzen die Schienen an den vorhandenen Sparren. Für eine außen liegende Bahn prüfen wir die Last und den Platz an der Traufe. Günstiger und einfacher ist es, die Befestigungspunkte von Anfang an einzuplanen.
Wie viel Neigung braucht die Dachfläche?
Sie braucht ein Gefälle, damit Regen und Schmutz ablaufen und auch das Gewebe einer außen liegenden Bahn abtrocknet. Üblich sind einige Grad. Den genauen Wert legen wir nach Eindeckung, Tiefe und Herstellervorgabe fest.
Werden Stegplatten mit der Zeit blind?
Hochwertige Platten haben eine Schutzschicht gegen UV-Strahlung und bleiben lange klar. Vergilben tritt vor allem bei einfachen Platten und bei falscher Einbaulage auf. Wichtig sind die richtige Richtung der Kammern, offene Entwässerung und saubere Randabschlüsse.
Mehr aus unserem Ratgeber
Wir zeigen Ihnen Glas- und Gewebemuster vor Ort und nennen eine unverbindliche Kalkulation. Die TMC GmbH finden Sie in der Karlsruher Str. 22 in 76437 Rastatt.
