Gelenkarmmarkise mit Motor oder Kurbel – was lohnt sich?

Ratgeber Sonnenschutz

Zwei Antriebe und zwei ganz verschiedene Gewohnheiten

Die Kurbel ist günstig und läuft ohne Strom, der Motor fährt das Tuch auf Knopfdruck aus. Welcher Antrieb besser passt, hängt von der Tuchfläche, der Lage der Markise und Ihren Gewohnheiten ab.

Wie der Antrieb den Alltag auf der Terrasse verändert

Technisch sind beide Antriebe dieselbe Lösung für dieselbe Aufgabe. Sie drehen die Tuchwelle, die Gelenkarme strecken sich und drücken das Tuch nach vorn. Unterschiedlich ist nur der Weg dorthin. Bei der Kurbel hängen Sie eine Stange in das Getriebe und drehen von Hand, beim Motor drücken Sie einen Taster oder eine Funkfernbedienung. Der Unterschied wirkt klein, entscheidet in der Praxis aber darüber, wie oft die Markise überhaupt benutzt wird.

HauswandWandkonsole, im Mauerwerk verankertTuchwelle mit MotorGelenkarme drücken das Tuch nach vornAusfallNeigung etwa 15 GradTerrassenbelagBreite und Ausfall werden nach dem Aufmaß gefertigt
Schnitt durch die Technik an der Hauswand mit Wandkonsole, Tuchwelle, Gelenkarmen, Ausfall und Neigung. Die Zeichnung zeigt das Prinzip und enthält keine Bemessung für ein konkretes Haus.

Kraftaufwand und Tuchfläche

Je größer die Tuchfläche, desto mehr Federkraft steckt in den Armen und desto schwerer dreht sich die Kurbel. Bis etwa zehn Quadratmetern Tuch bleibt das Kurbeln eine Sache von wenigen Umdrehungen. Darüber wird es mühsam, besonders beim Einfahren gegen die Armspannung. Wer eine breite Fläche beschattet, greift deshalb fast immer zum Motor. Bei einer kleinen Halbkassette über einem Balkon ist die Kurbel dagegen völlig ausreichend.

Erreichbarkeit der Kurbelstange

Die Kurbel sitzt seitlich am Getriebe und braucht eine Stange, die Sie bequem einhängen können. Steht dort ein Hochbeet, hängt die Markise sehr hoch oder führt der Weg über eine Stufe, wird jedes Ausfahren zur kleinen Übung. Prüfen Sie vor der Entscheidung, wo das Getriebe später sitzt und ob Sie dort frei stehen können. Nicht erreichbare Kurbeln sind der häufigste Grund, warum eine Markise eingefahren bleibt.

Terrasse mit Überdachung und Markise, die Konsolen sitzen verdeckt an der Hauswand

Komfort durch Automatik

Nur ein Motor lässt sich automatisieren. Eine Zeitschaltung fährt das Tuch morgens aus, ein Sonnensensor reagiert auf Helligkeit und ein Windwächter fährt bei Böen selbstständig ein. Gerade der Windwächter ist ein echter Schutz, wenn Sie tagsüber nicht zu Hause sind. Wer eine zweite Anlage an derselben Fassade hat, bedient beide über eine Fernbedienung gemeinsam.

Lieber einmal vor Ort nachmessen

Wir schauen uns die Stelle an, nehmen die Maße auf und rechnen Ihnen den Vorschlag durch. TMC GmbH, Karlsruher Str. 22, 76437 Rastatt.

Stromanschluss, Nachrüstung und Kosten

Der Motor selbst ist bei den gängigen Anlagen nicht der große Posten. Teurer wird oft der Weg des Stroms zur Markise. Deshalb lohnt es sich, den Anschluss früh mitzudenken, auch wenn der Motor erst später kommen soll.

Was die Zuleitung verlangt

Der Motor steckt in der Tuchwelle, das Kabel läuft durch die Konsole in die Wand und von dort zu einem Taster oder zu einem Funkempfänger. Bei einem Neubau oder einer freien Innenwand ist das in einer Stunde erledigt. Bei einer gedämmten Fassade oder einem Innenraum mit fertigem Putz wird daraus eine größere Sache. Ein Leerrohr, das bei der Montage gleich mitgesetzt wird, kostet fast nichts und spart später viel Aufwand.

Unsere Faustregel aus vielen Projekten. Kleine Fläche mit gut erreichbarer Kurbel und knappes Budget sprechen für die Kurbel. Große Tuchfläche, hohe Montage oder der Wunsch nach Windwächter sprechen für den Motor.

Nachrüsten statt gleich bestellen

Viele Anlagen lassen sich später auf Motorbetrieb umbauen, weil die Welle dafür vorbereitet ist. Das Getriebe für die Kurbel wird getauscht, der Motor eingeschoben und das Kabel gelegt. Rechnen Sie mit den Kosten für den Motor, die Steuerung und die Arbeitszeit. Wer schon beim Kauf weiß, dass der Motor kommt, bestellt ihn besser direkt mit, weil der zweite Weg zur Montage entfällt.

Was bei Stromausfall passiert

Eine motorisierte Anlage bleibt bei Stromausfall stehen, wo sie gerade ist. Bei den meisten Motoren lässt sich über eine Notkurbel nachhelfen, bei anderen nicht. Fragen Sie das vor der Bestellung ab, besonders wenn das Tuch über einer Tür hängt und im eingefahrenen Zustand den Weg freigeben muss.

So treffen Sie die Entscheidung

Vier Fragen bringen Klarheit. Wie groß wird die Tuchfläche. Können Sie an der Kurbel frei stehen. Liegt eine Zuleitung in der Nähe oder lässt sie sich leicht legen. Und soll die Anlage bei Wind von selbst einfahren. Beantworten Sie diese Punkte vor dem Angebot, dann steht der Antrieb schnell fest.

Ein Zwischenweg ist der Motor ohne Automatik. Sie erhalten die bequeme Bedienung über einen Taster, verzichten aber auf Sensoren und Fernbedienung. Das hält die Kosten niedrig und lässt sich jederzeit erweitern, weil die Steuerung ausgetauscht werden kann, ohne das Tuch zu berühren.

  • Tuchfläche unter zehn Quadratmetern, dann genügt die Kurbel
  • Kurbel schwer erreichbar, dann besser gleich ein Motor
  • Haus oft tagsüber leer, dann Motor mit Windwächter
  • Motor erst später geplant, dann Leerrohr sofort mitsetzen

Welcher Antrieb an Ihrer Fassade sinnvoll ist, klären wir beim Aufmaß. Bauarten, Maße und Ausstattung finden Sie auf unserer Seite zu Gelenkarmmarkisen nach Maß.

Markise mit geschlossenem Kasten über einer Fensterfront, darunter der Platz für den Antrieb an der Seite

Fragen

Häufige Fragen zum Antrieb

Hält ein Motor so lange wie die Markise?

Die verbauten Rohrmotoren sind für viele tausend Fahrten ausgelegt und halten bei normaler Nutzung über die Lebensdauer des Tuchs. Defekte betreffen häufiger die Steuerung als den Motor selbst, und die ist einzeln tauschbar.

Kann ich die Anlage über das Handy bedienen?

Mit einer passenden Funksteuerung ist das möglich. Prüfen Sie dabei, ob die Anlage auch ohne Netz und ohne Anbindung über einen einfachen Taster fährt, damit Sie im Zweifel nicht vor einem ausgefahrenen Tuch stehen.

Wie viel Strom verbraucht der Antrieb?

Der Motor läuft nur während der Fahrt und braucht dabei wenige Sekunden lang Leistung. Über das Jahr ist der Verbrauch so gering, dass er auf der Abrechnung nicht ins Gewicht fällt.

Ist ein Windwächter Pflicht?

Vorgeschrieben ist er nicht. Sinnvoll ist er, wenn die Anlage häufig unbeaufsichtigt ausgefahren bleibt. Ein Tuch, das bei Böen stehen bleibt, überlastet die Arme und die Verankerung in der Wand.

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