Welche Schneelast muss ein Terrassendach tragen?

Ratgeber Terrassenüberdachungen

Schnee ist die größte Last, die auf Ihrem Dach liegt

Ein Terrassendach wird nicht für den Regen bemessen, sondern für den Winter. Wie viel Schnee ein Dach tragen muss, hängt vom Standort, der Höhenlage und der Dachneigung ab. Dieser Ratgeber erklärt, was dahintersteckt.

Wie die Schneelast berechnet wird

Schnee sieht harmlos aus, ist aber schwer. Nasser Altschnee kann je Quadratmeter mehrere hundert Kilogramm wiegen. Damit ein Dach das aushält, teilt die Norm das Land in Schneelastzonen ein. Je nach Zone und Höhenlage des Grundstücks ergibt sich ein Wert, für den Träger, Sparren und Pfosten ausgelegt werden. Ebenes Flachland liegt in niedrigen Zonen, Mittelgebirge und Alpenrand deutlich höher.

Zone und Höhenlage

Die Zone allein reicht nicht. Innerhalb einer Zone steigt die Last mit der Höhe über dem Meeresspiegel. Zwei Orte in derselben Zone können deshalb unterschiedliche Werte haben, wenn einer im Tal und der andere auf einer Hochfläche liegt. Wir lesen den Wert für jedes Grundstück einzeln ab und bauen danach.

Was die Dachneigung bewirkt

Bei einem fast flachen Dach bleibt der Schnee liegen, die volle Last wirkt dauerhaft. Bei stärkerer Neigung rutscht der Schnee ab, sobald er antaut. Das entlastet das Dach, hat aber eine Kehrseite. Der abrutschende Schnee braucht Platz vor der Terrasse und darf keine Wege oder Zugänge treffen. Die Zeichnung zeigt beide Fälle.

geringe NeigungSchnee bleibt liegen, volle Last auf dem Dachstärkere Profile, mehr Pfostenstärkere NeigungSchnee rutscht ab, Rinne fängt SchmelzwasserRutschender Schnee braucht Platz vor der TerrasseDie Neigung entscheidet, ob Schnee liegen bleibt oder abgeht
Links ein flach geneigtes Dach mit liegender Schneedecke, rechts ein stärker geneigtes Dach, von dem der Schnee in Richtung Rinne abgeht. Die Zeichnung zeigt das Prinzip, keine Bemessung.

Schneesäcke und Anbauten

An Hauswänden und neben höheren Dächern bildet sich oft ein Schneesack. Wind treibt den Schnee gegen die Wand, wo er sich höher auftürmt als auf der freien Fläche. Diese Zusatzlast berücksichtigen wir im wandnahen Bereich mit stärkeren Sparren oder einem engeren Abstand. Auch ein Dach, das unter einem Balkon oder einem Vordach liegt, bekommt mehr Schnee ab, weil von oben zusätzlich abrutscht.

Was das für Ihr Dach bedeutet

Die Schneelast steuert fast jede Entscheidung bei der Konstruktion. Sie bestimmt die Profilstärke, den Abstand der Sparren, die Zahl der Pfosten und die Dicke der Eindeckung. Ein Dach aus einem Katalog, das für die niedrigste Zone gerechnet wurde, ist auf einer Hochfläche schlicht unterdimensioniert.

Profile, Sparren und Pfosten

Bei höherer Last werden die Träger größer und die Sparren rücken enger zusammen. Ab einer bestimmten Breite kommt ein dritter Pfosten dazu, damit der vordere Träger nicht durchhängt. Das alles verändert das Erscheinungsbild nur wenig, die Profile bleiben schlank, weil Aluminium viel Kraft bei wenig Querschnitt aufnimmt.

Glas oder Stegplatten unter Schnee

Verbundsicherheitsglas trägt hohe Lasten, wenn Stärke und Sparrenabstand dazu passen. Stegplatten sind leichter, biegen sich aber unter Last stärker durch und brauchen eine engere Auflage. Welche Eindeckung für Ihren Standort sinnvoll ist, erklärt unser Beitrag Glasdach oder Stegplatten.

Statiknachweis und Genehmigung

Für größere Anlagen verlangt die Baubehörde einen Standsicherheitsnachweis. Darin steht, für welche Schneelast und welche Windlast das Dach berechnet wurde. Wir liefern diesen Nachweis zusammen mit der Anlage, damit Sie ihn bei Bedarf vorlegen können. Auch bei verfahrensfreien Dächern bauen wir nach denselben Werten.

Räumen Sie ein Terrassendach nicht selbst mit Schaufel oder Besen ab. Die Gefahr, die Eindeckung zu beschädigen oder abzurutschen, ist größer als der Nutzen. Ein korrekt bemessenes Dach trägt den Schnee, für den es gebaut wurde.

Darauf sollten Sie bei Angeboten achten

Ein seriöses Angebot nennt die Schneelastzone und den Wert, für den die Anlage ausgelegt ist. Fehlt diese Angabe, fragen Sie nach. Achten Sie außerdem auf diese Punkte, bevor Sie unterschreiben.

Wichtig ist auch der Blick auf die Fundamente. Eine höhere Schneelast landet über die Pfosten im Boden. Punktfundamente müssen deshalb groß genug und frostfrei gegründet sein, sonst setzt sich der Pfosten im ersten Winter und das Dach gerät aus der Flucht. Auf Terrassenplatten oder einer dünnen Betonplatte darf ein Pfosten nur stehen, wenn der Untergrund darunter nachweislich tragfähig ist. Wir prüfen das beim Aufmaß und legen die Fundamentgröße im Angebot fest.

  • Angabe der Schneelast und der Windlast im Angebot
  • Bemessung für die tatsächliche Höhenlage, nicht für einen Durchschnittswert
  • Stärkere Sparren im wandnahen Bereich bei Schneesackgefahr
  • Fundamente, die zur Pfostenlast passen

Wie wir Aufmaß, Statik und Montage bei Ihrer Anlage angehen, lesen Sie auf der Seite zu Terrassenüberdachungen nach Maß.

Terrassendach aus Aluminium mit Glaseindeckung und zwei Pfosten an einem Wohnhaus

Fragen

Häufige Fragen zur Schneelast

Muss ich den Schnee vom Terrassendach räumen?

Nein. Ein korrekt bemessenes Dach trägt den Schnee seiner Zone. Räumen schadet eher, weil die Eindeckung dabei leicht beschädigt wird.

Gilt derselbe Wert wie für das Hausdach?

Die Zone ist dieselbe, die Bemessung kann abweichen, weil Neigung, Lage an der Wand und Schneesäcke beim Terrassendach anders wirken.

Was passiert, wenn mehr Schnee fällt als berechnet?

Die Werte der Norm enthalten Sicherheiten. Bei einem außergewöhnlichen Winter melden sich Kunden bitte bei uns, wir beurteilen die Situation vor Ort.

Spielt Wind bei der Bemessung eine Rolle?

Ja. Neben der Schneelast wird jedes Dach für Winddruck und Windsog berechnet, besonders freistehende Anlagen und Dächer in exponierter Lage.

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