Seitenwand aus Alu-Platten oder Polycarbonat?
Ratgeber Sichtschutz
Zwei Füllungen in einem Rahmen und warum das sinnvoll ist
Ein geschlossenes Feld an der Terrasse muss zweierlei schaffen. Es soll Blicke und Zug nehmen und darf den Sitzplatz trotzdem nicht verdunkeln. Dieser Ratgeber zeigt, wie sich das mit zwei Materialien lösen lässt und worauf bei der Teilung zu achten ist.
Was die beiden Materialien unterscheidet
Beide Füllungen einer Seitenwand sitzen im selben Rahmen aus pulverbeschichtetem Aluminium und sind von außen auf einer Ebene. Der Unterschied liegt allein darin, was sie mit Licht und Blicken machen. Aluminium-Fassadenplatten sind vollständig blickdicht und wetterfest. Polycarbonat lässt Licht durch, ist schlagfest und wiegt nur einen Bruchteil von Glas. Die Zeichnung zeigt den Aufriss einer solchen Seitenwand zwischen zwei Pfosten und macht die Teilung sichtbar.
Die Aluminium-Fassadenplatte
Diese Platten kommen aus dem Fassadenbau und sind auf dauerhafte Bewitterung ausgelegt. Sie sind flach, formstabil und verziehen sich auch dann nicht, wenn die Sonne über Stunden auf eine dunkle Oberfläche brennt. Weil sie pulverbeschichtet sind, bleibt die Farbe über Jahre gleichmäßig und muss nicht gestrichen werden. Blickdicht sind sie vollständig, ein Schattenriss von innen entsteht anders als bei Gewebe nicht. Nachteil ist, dass sie Licht komplett nehmen. Deshalb sitzen sie nur im unteren Teil der Fläche.
Das Polycarbonat
Polycarbonat kennen Sie von Dacheindeckungen als Stegplatte. In einer Seitenwand arbeitet es als lichtdurchlässiger Abschluss oberhalb der blickdichten Fläche. Es ist erheblich leichter als eine Verglasung, was die Last auf den Rahmen und auf den Pfosten klein hält, und es bricht nicht in scharfe Scherben. Je nach Ausführung ist die Platte klar oder milchig eingefärbt. Die milchige Variante streut das Licht und nimmt gleichzeitig die Durchsicht, was auf einer schmalen Terrasse zum Nachbargrundstück hin oft die bessere Wahl ist.

Warum nicht durchgehend ein Material
Eine Fläche komplett aus Platten wirkt wie eine Mauer. Der Sitzplatz liegt dann in einer Nische, und an einem grauen Tag merken Sie das sofort. Eine Fläche komplett aus Polycarbonat ist umgekehrt kein Sichtschutz, weil auch die milchige Ausführung Umrisse und Bewegung durchlässt. Die Kombination löst beide Probleme in einer Seitenwand. Unten das Material, das zuverlässig schützt, oben das Material, das Helligkeit und Weitblick erhält.
Wir schauen uns die Stelle an, nehmen die Maße auf und rechnen Ihnen den Vorschlag durch. TMC GmbH, Karlsruher Str. 22, 76437 Rastatt.
Wo die Teilung zwischen den Füllungen liegt
Die Höhe der blickdichten Fläche ist die eigentliche Planungsentscheidung. Sie hängt an drei Dingen, nämlich an der Augenhöhe im Sitzen, an der Höhe des Nachbargrundstücks und an der Richtung, aus der der Zug kommt. Ein Richtwert hilft beim Einstieg, ersetzt aber nicht den Blick vor Ort.
Der Richtwert für den Regelfall
Liegen Terrasse und Nachbargrundstück auf einer Ebene, genügt eine blickdichte Fläche bis etwa Brüstungshöhe. Wer dahinter am Tisch sitzt, ist nicht einzusehen, und wer steht, hat den Garten noch im Blick. Diese Teilung deckt zugleich die Zone ab, in der kalter Zug am unangenehmsten ist, denn der zieht über den Belag und nicht in Kopfhöhe.
Setzen Sie sich vor dem Aufmaß einmal an den Tisch auf der Terrasse und lassen Sie jemanden ein Brett an der gewünschten Stelle hochhalten. In zwei Minuten wissen Sie, wie hoch die blickdichte Fläche wirklich werden muss.
Wenn das Gelände nicht eben ist
Liegt das Nachbargrundstück höher oder führt ein Weg oberhalb der Terrasse vorbei, verschiebt sich die Linie nach oben. Dann ziehen wir die blickdichte Fläche weiter hoch und lassen nur noch ein schmales lichtdurchlässiges Band unter dem Dachträger. Umgekehrt gilt bei einer erhöhten Terrasse, dass eine niedrigere blickdichte Fläche genügt, weil der Einblick von unten ohnehin nicht zustande kommt.
Wie breite Öffnungen aufgeteilt werden
Eine einzelne Seitenwand hat eine sinnvolle Höchstbreite. Wird es breiter, braucht der Rahmen mehr Material, und die Füllung arbeitet unter Temperaturwechsel stärker. Deshalb teilen wir breite Öffnungen in zwei oder drei gleiche Seitenwände und setzen dort, wo kein Pfosten der Überdachung steht, einen zusätzlichen Pfosten. Das sieht ruhiger aus als ein überdimensionierter Rahmen und ist in der Montage einfacher zu handhaben.
Was bei der Montage am Pfosten zählt
Der Rahmen wird seitlich am Pfosten der Überdachung verschraubt. Dieser Pfosten trägt bereits das Dach und ist über die Konstruktion ausgesteift, deshalb ist er der naheliegende Anschlusspunkt. Wichtig sind drei Punkte. Der Pfosten muss ausreichend verankert sein, die Verschraubung muss in das Profil und nicht in eine Abdeckkappe greifen, und der obere Rahmen muss der Neigung des Daches folgen.
Der letzte Punkt wird häufig unterschätzt. Jede Überdachung hat ein Gefälle, damit das Wasser abläuft. Eine rechtwinklige Seitenwand lässt deshalb oben einen keilförmigen Spalt offen, durch den Regen und Wind weiter hereinkommen. Wir schneiden die Oberkante des Rahmens entsprechend schräg zu. Am Boden gehen wir umgekehrt vor und lassen bewusst eine kleine Fuge oder eine Bodenschiene, damit Wasser vom Belag ablaufen kann und sich hinter der Seitenwand keine Nässe sammelt.
- Verankerung und Profilmaß des vorhandenen Pfostens prüfen
- Oberkante des Rahmens an das Gefälle des Daches anpassen
- Am Belag eine Fuge oder Bodenschiene für den Wasserablauf vorsehen
- Breite Öffnungen in mehrere Felder teilen statt einen Rahmen zu überspannen
Welche Teilung zu Ihrer Terrasse passt, klären wir beim Aufmaß vor Ort. Eine Übersicht über Aufbau, Farben und Ablauf finden Sie auf unserer Seite zu Seitenwänden aus Aluminium und Polycarbonat.

Häufige Fragen zu Aufbau und Füllung
Ist Polycarbonat so durchsichtig wie Glas?
Die klare Ausführung kommt nah heran, die milchig eingefärbte streut das Licht und nimmt die Durchsicht. Welche Variante passt, hängt davon ab, ob Sie an dieser Seite Weitblick oder Sichtschutz wollen.
Vergilbt das Material nach einigen Jahren?
Moderne Platten sind gegen Strahlung geschützt und halten ihre Farbe über lange Zeit. Eine spürbare Veränderung tritt am ehesten dort auf, wo scheuernde Mittel die Oberfläche angegriffen haben. Mit klarem Wasser und einem weichen Tuch passiert das nicht.
Kann die blickdichte Fläche später erhöht werden?
Das ist bei einem fertigen Rahmen nicht vorgesehen, weil Teilung und Füllung zusammen konfektioniert werden. Deshalb legen wir die Höhe vor der Fertigung gemeinsam fest und prüfen sie vor Ort im Sitzen.
Lässt sich das Feld in der Farbe des Daches ausführen?
Ja. Wir beschichten in RAL 9010 Weiß, RAL 7016 Anthrazit, Anthrazit Struktur und RAL 9006 Silbergrau Struktur. Andere RAL-Farben sind gegen Aufpreis möglich, sodass Rahmen und Überdachung zusammenpassen.
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