Markisentuch richtig behandeln und lange schön halten
Ratgeber Beschattung
Das Tuch ist das Bauteil, das Sie täglich sehen
Gestelle aus pulverbeschichtetem Aluminium halten Jahrzehnte. Über die Lebensdauer einer Beschattung entscheidet fast immer das Tuch. Dieser Ratgeber zeigt, welche Gewebe es gibt und was ihnen gut tut.
Welche Gewebe infrage kommen
Ein Markisentuch muss zwei Dinge gleichzeitig leisten. Es soll Licht und Wärme abhalten und sich dabei hunderte Male auf eine Welle wickeln lassen, ohne zu brechen. Dafür haben sich zwei Gewebefamilien durchgesetzt. Das gängige Material ist spinndüsengefärbtes Acryl. Hier wird die Farbe in die flüssige Faser gegeben, bevor sie gesponnen wird. Sie sitzt dadurch im Material und nicht als Schicht darauf, und das Dessin bleibt über Jahre kräftig. Die zweite Familie sind beschichtete Polyestergewebe. Sie sind dichter, etwas steifer und werden dort eingesetzt, wo das Tuch sehr viel abhalten soll.
Acryl und Polyester im Vergleich
Acryl ist atmungsaktiv, trocknet nach einem Schauer schnell und wirkt unter dem Tuch angenehm weich im Licht. Beschichtetes Polyester hält mehr Feuchtigkeit und Schmutz ab, lässt aber weniger Luft durch, sodass sich darunter mehr Wärme stauen kann. Beide Gewebe tragen eine Ausrüstung, die Wasser abperlen lässt und das Eindringen von Schmutz bremst. Diese Ausrüstung lässt mit den Jahren nach, besonders dort, wo das Tuch oft nass eingefahren wurde.
Helle oder dunkle Dessins
Die Farbe ist mehr als Geschmack. Helle Töne werfen viel Licht zurück und bleiben kühler, geben aber einen weicheren Schatten und lassen mehr Licht durch. Dunkle Töne schlucken Licht, erzeugen einen kräftigeren Schatten und heizen sich dabei selbst stärker auf. Wer unter dem Tuch arbeiten oder lesen will, kommt mit einem mittleren Ton meist am besten zurecht. Auf gewerblichen Flächen sind ruhige Uni-Dessins beliebt, weil sie zu wechselnden Möbeln und Schirmen passen.

Nähte, Falten und Knicke gehören dazu
Bei breiten Flächen wird das Tuch aus mehreren Bahnen zusammengenäht. An den Nähten liegt mehr Material übereinander, deshalb wickelt sich die Welle dort dicker auf und es bilden sich sichtbare Falten. Ebenso entstehen an den Kanten des Ausfallprofils feine Knicke. Beides ist kein Mangel, sondern eine Folge des Zusammenwickelns. Nach einigen warmen Tagen im ausgefahrenen Zustand glätten sich diese Stellen wieder, verschwinden aber nie ganz.
Wir schauen uns die Stelle an, nehmen die Maße auf und rechnen Ihnen den Vorschlag durch. TMC GmbH, Karlsruher Str. 22, 76437 Rastatt.
Pflege im Alltag
Ein Tuch braucht wenig, aber das Wenige regelmäßig. Zwei Regeln sind wichtiger als alles andere. Fahren Sie es nur trocken ein, und halten Sie es frei von organischem Material. Alles Weitere ist dann schnell erledigt.
Feuchtigkeit ist der größte Gegner
Wird ein nasses Tuch auf die Welle gewickelt, bleibt die Feuchtigkeit zwischen den Lagen stehen. Bei warmem Wetter entstehen daraus innerhalb weniger Tage Stockflecken, die sich nicht mehr entfernen lassen. Mussten Sie bei einem Schauer einfahren, fahren Sie die Anlage am nächsten trockenen Tag wieder aus und lassen Sie das Tuch durchtrocknen, bevor es zurück auf die Welle geht. Diese eine Gewohnheit verlängert die Lebensdauer mehr als jedes Pflegemittel.
Kleine Löcher und offene Nähte lassen sich flicken, solange sie klein sind. Wird das Gewebe an mehreren Stellen mürbe, ist ein neues Tuch die vernünftigere Entscheidung. Das Gestell bleibt dabei stehen und wird weiterverwendet.
Laub, Blütenstaub und Vogelkot
Blätter und Nadeln, die auf dem Tuch liegen bleiben, hinterlassen beim Abbau braune Ränder. Kehren Sie sie mit einem weichen Besen ab, am besten bevor Sie einfahren. Blütenstaub spülen Sie mit klarem Wasser und einem weichen Schwamm ab und arbeiten dabei von oben nach unten. Vogelkot behandeln Sie zügig, weil die Säure die Ausrüstung angreift. Verzichten Sie auf Hochdruckgeräte, scharfe Mittel und Bürsten mit harten Borsten, denn sie zerstören die Ausrüstung schneller als jeder Sommer.
Was einmal im Jahr dran ist
Einmal im Jahr, am besten im Frühjahr, lohnt ein ruhiger Blick auf die ganze Anlage. Prüfen Sie die Schrauben der Konsolen, bewegen Sie die Gelenke und schauen Sie, ob das Tuch an den Armen oder am Profil scheuert. Eine Scheuerstelle ist der häufigste Grund, warum ein Tuch vorzeitig an einer Stelle aufreißt. Alle zwei bis drei Jahre stellen wir auf Wunsch Neigung und Endlagen des Motors nach, damit das Tuch wieder gleichmäßig straff steht.
Wann ein neues Tuch fällig ist
Ein gut behandeltes Acryltuch hält viele Jahre. Irgendwann lässt die Ausrüstung nach, die Farbe wird an den Falzkanten blass und das Gewebe verliert seine Spannung. Dann lohnt der Austausch, denn ein neues Tuch kostet nur einen Teil einer neuen Anlage. An diesen Zeichen erkennen Sie den Zeitpunkt.
- Das Wasser perlt nicht mehr ab, sondern zieht in das Gewebe ein
- Stockflecken oder dunkle Ränder über größere Flächen
- Das Gewebe fühlt sich spröde an und bekommt beim Biegen feine Risse
- Mehrere offene Nähte oder eine durchgescheuerte Stelle an den Armen
- Das Tuch hängt trotz nachgestellter Anlage sichtbar durch
Wir tauschen Tücher auch an vorhandenen Anlagen und messen dafür Breite, Ausfall und Wellenlänge am Gestell. Welche Modelle und Gewebe wir liefern, steht auf unserer Seite zu großflächigen Markisen für Terrassen.

Häufige Fragen zum Gewebe
Darf ich das Tuch nass einfahren?
Nur im Notfall. Fahren Sie es am nächsten trockenen Tag wieder aus und lassen Sie es durchtrocknen. Bleibt Feuchtigkeit zwischen den Lagen, entstehen Stockflecken, die sich nicht mehr entfernen lassen.
Sind Falten an den Nähten ein Mangel?
Nein. An den Nähten liegt mehr Material übereinander, dadurch wickelt die Welle dort dicker auf. Diese Falten sind bauartbedingt und glätten sich im ausgefahrenen Zustand teilweise wieder.
Kann ich das Tuch selbst wechseln?
Davon raten wir ab. Das Tuch steht unter Spannung und muss exakt gerade in die Welle eingezogen werden, sonst läuft es schief auf. Wir übernehmen den Wechsel am vorhandenen Gestell.
Hilft eine Nachbehandlung gegen nachlassende Imprägnierung?
Sie bringt eine Weile etwas, ersetzt aber kein neues Gewebe. Sinnvoll ist sie bei einem Tuch, das noch fest und farbkräftig ist und bei dem nur das Abperlen schwächer geworden ist.
Mehr aus unserem Ratgeber
Wir sehen uns Ihre Anlage an und sagen Ihnen, ob ein neues Gewebe genügt oder mehr nötig ist.
