Führungsschienen und Windsicherheit bei Dachbeschattungen

Ratgeber Sonnenschutz

Wie das Tuch auch bei Wind in der Fläche bleibt

Eine Bahn, die über ein Glasdach läuft, hängt nicht frei in der Luft. Sie wird links und rechts geführt und ständig unter Spannung gehalten. Fällt eines dieser beiden Elemente aus, zeigt sich das sofort bei Wind. Dieser Ratgeber erklärt, worauf es dabei ankommt.

Was die seitlichen Schienen leisten

Über dem Dach oder darunter liegt das Gewebe flach und muss über die ganze Breite straff bleiben. Dafür wird am Rand ein Keder eingenäht, der in einer Nut in der Schiene läuft. Die Schiene hält die Bahn in der Fläche und verhindert, dass der Wind sie seitlich anhebt. Gleichzeitig führt sie das Ausfallprofil auf seinem Weg, sodass die Bahn beim Ausfahren nicht schräg zieht. Ohne diese Führung wäre eine Beschattung auf einer Dachfläche technisch nicht möglich.

Die zweite Hälfte der Arbeit übernimmt die Spannung. Federn oder ein Gegenzug im Kasten ziehen das Tuch in jeder Stellung nach. Lässt diese Spannung nach, bildet die Bahn Wellen und schlägt bei Wind gegen das Glas. Das klingt harmlos, zerstört das Gewebe aber an den Nähten und lockert die Befestigung. Eine saubere Spannung ist deshalb keine Frage der Optik, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Anlage Jahre hält.

Markise auf dem GlasWärme bleibt über dem GlasTuch steht im WetterMarkise unter dem GlasTuch liegt geschütztWärme zieht nach vorn abBeide Varianten laufen in Führungsschienen am Dachprofil und werden elektrisch bedient
Schnitt mit der Bahn auf dem Glas und der Bahn unter dem Glas, jeweils mit seitlicher Führung am Rand der Dachfläche. Die Zeichnung erklärt die Lage der Schienen und zeigt keine Maße für eine konkrete Anlage.

Aufbau einer Schiene

Die Schiene besteht aus pulverbeschichtetem Aluminium und wird auf einem Sparren oder am Randprofil verschraubt. Innen liegen die Nut für den Keder und eine Laufbahn für das Ausfallprofil. Bei der kompakten Ausführung W 300 sind die Schienen abgerundet und wirken dadurch schmal, was in kleineren Wintergärten den optischen Eindruck verbessert. Bei großen Flächen setzen wir Zwischenschienen auf weitere Sparren, damit die Bahn in der Mitte nicht durchhängt.

Breite, Länge und Zahl der Felder

Jede Ausführung hat eine maximale Feldbreite. Wird die Glasfläche breiter, teilen wir sie in mehrere Felder auf, die nebeneinander laufen und gemeinsam gesteuert werden. Die Trennung sitzt auf einem Sparren und fällt kaum auf. Bei ausgefallenen Grundrissen, etwa einem schrägen Abschluss oder einem Vieleck, arbeiten wir mit der variablen Ausführung W 450, die sich an solche Formen anpassen lässt. Welche Aufteilung sinnvoll ist, ergibt sich aus den Sparrenabständen am Dach.

Blick von unten auf ein beschattetes Glasdach, im Profil ein helles Lichtband

Lieber einmal vor Ort nachmessen

Wir schauen uns die Stelle an, nehmen die Maße auf und rechnen Ihnen den Vorschlag durch. TMC GmbH, Karlsruher Str. 22, 76437 Rastatt.

Wind ist die eigentliche Belastung

Schnee und Regen spielen für eine ausgefahrene Bahn eine kleinere Rolle als Wind. Eine gespannte Fläche wirkt wie ein Segel, und die Kraft steigt überproportional mit der Geschwindigkeit. Deshalb gibt es für Markisen Windklassen, die angeben, bis zu welcher Belastung eine Anlage ausgefahren bleiben darf.

Was die Windklassen bedeuten

Die Klassen beschreiben, welchem Druck eine ausgefahrene Anlage standhält. Eine Einstufung gilt für die geprüfte Konstruktion, nicht für Ihr Grundstück. Wie stark der Wind an Ihrer Fläche wirklich angreift, hängt von Höhe, Umgebung und Richtung ab. Ein Dach zwischen zwei Hausflügeln liegt ruhig, ein freistehendes Dach am Ortsrand bekommt deutlich mehr ab. Die Klasse ist deshalb eine Orientierung und ersetzt keine Beurteilung vor Ort.

Stellen Sie den Windwächter nicht auf den höchsten Wert, nur weil die Anlage sonst oft einfährt. Jedes vermiedene Flattern verlängert die Lebensdauer des Gewebes deutlich mehr, als eine Stunde zusätzlicher Schatten einbringt.

Wozu ein Windwächter gut ist

Ein Windwächter misst die Bewegung am Ausfallprofil oder die Geschwindigkeit an einem Sensor und fährt die Anlage selbsttätig ein, sobald ein eingestellter Wert überschritten wird. Das ist der einzige Schutz, der auch dann greift, wenn niemand zu Hause ist. Bei einer Montage über dem Glas halten wir ihn für nötig, nicht für optional. Unter dem Glas ist er entbehrlich, weil die Bahn dort kaum Wind abbekommt. Wichtig ist, dass der Sensor dort sitzt, wo der Wind tatsächlich ankommt, und nicht im Windschatten einer Wand.

Grenzen der Automatik

Ein Sensor reagiert auf Wind, nicht auf Eis oder Schnee. Wer im Winter die Bahn ausgefahren lässt, riskiert eine Last, für die sie nicht gedacht ist. Auch ein Stromausfall setzt die Automatik außer Betrieb, deshalb sollte die Anlage bei länger angekündigten Stürmen von Hand eingefahren werden. Und kein Sensor ersetzt eine solide Befestigung. Wir prüfen beim Aufmaß, ob die Sparren die Kräfte aufnehmen, und verstärken die Auflage, wo das nötig ist.

Pflege und typische Störungen

Die Technik ist unkompliziert, hat aber zwei Schwachstellen, die fast alle Störungen verursachen. Beide lassen sich mit wenig Aufwand vermeiden.

  • Laub und Nadeln in der Schiene verklemmen den Keder
  • Nachlassende Spannung führt zu Wellen und Flattern
  • Ein verdeckter Sensor löst zu spät oder nicht aus
  • Blütenstaub auf dem Gewebe setzt sich bei Nässe fest

Spülen Sie die Schienen ein bis zwei Mal im Jahr mit Wasser aus, am besten im Frühjahr nach der Blüte und im Herbst nach dem Laubfall. Das Gewebe kommt mit klarem Wasser und einem weichen Besen aus. Fahren Sie die Bahn nur trocken ein, damit sich im Kasten keine Feuchtigkeit hält. Wenn die Bahn ungleichmäßig läuft oder Wellen bildet, lassen Sie die Spannung nachstellen, bevor Sie weiter bedienen.

Wie Ihre Fläche aufgeteilt wird und welche Sensorik sinnvoll ist, legen wir beim Aufmaß fest. Ausführungen, Gewebe und Kostenfaktoren haben wir auf unserer Seite zu Wintergartenmarkisen nach Maß beschrieben.

Wintergarten mit großflächiger Verglasung neben einer Mauer aus Natursteinen

Fragen

Häufige Fragen zu Schienen und Wind

Muss die Bahn bei jedem Wind eingefahren werden?

Nein. Bis zu einer leichten Brise bleibt sie ausgefahren. Sobald das Gewebe deutlich flattert, gehört sie eingefahren. Ein Windwächter übernimmt diese Entscheidung zuverlässiger als das eigene Gefühl.

Wie breit darf eine Fläche ohne Zwischenschiene sein?

Das gibt der Hersteller je Ausführung vor. Darüber hinaus teilen wir die Fläche in Felder auf und setzen die Trennung auf einen Sparren, wo sie optisch kaum auffällt.

Kann ich einen Windwächter nachrüsten?

In den meisten Fällen ja, sofern die Steuerung einen Sensoreingang hat oder eine Funklösung passt. Wir prüfen das an der vorhandenen Anlage und nennen den Aufwand vorab.

Was ist zu tun, wenn die Bahn schief läuft?

Meist steckt Schmutz in einer Schiene oder die Spannung hat auf einer Seite nachgelassen. Fahren Sie die Anlage ein und lassen Sie die Führung prüfen, bevor Sie weiter bedienen, sonst reibt der Keder aus.

Ratgeber

Mehr aus unserem Ratgeber

Führung und Windschutz richtig auslegen

Wir beurteilen die Lage Ihres Dachs und legen Schienen und Sensorik passend dazu aus. Die TMC GmbH finden Sie in der Karlsruher Str. 22 in 76437 Rastatt.